Psychotraumatologie

…und auf einmal ist nichts mehr wie es war.

Traumatische Ereignisse können jeden Menschen vom Säuglings- bis ins Seniorenalter widerfahren. Sie sind unvorhersehbar und treffen die Betroffenen unvorbereitet. Sie können einmalig sein oder sich über viele Jahre hinweg wiederholen. Gewalterlebnisse, sexuelle Misshandlungen, Katastrophen, Unfälle, Trennung von Bezugspersonen/ Bindungsabbrüche (bei Säuglingen und Kindern) und vieles mehr zählen dazu. Man kann direkt als Opfer betroffen sein oder aber indirekt als Zeuge, Helfer, Angehöriger o.ä. Nach einem traumatischen Ereignis fällt es häufig schwer das innere Gleichgewicht wieder herzustellen und den Alltag wieder aufzunehmen. Aufklärung, Beratung, Krisenintervention und wenn nötig eine Traumatherapie können helfen langwierige Leidenswege zu ersparen.

Reaktionen auf ein traumatisches Ereignis

Die Reaktionen auf ein Trauma teilen sich in drei Phasen ein:

  • Schockreaktion
  • Verarbeitungsphase
  • Erholungsphase


In der Regel tritt nach einem traumatischen Ereignis eine Schockreaktion ein. Diese zeigt sich dadurch das Betroffene häufig sehr aufgeregt, verwirrt, traurig, wütend oder albern sind, oder sich wie betäubt fühlen. An das Erlebte kann sich der Betroffene häufig nicht vollständig erinnern (Amnesien) oder aber das Erlebte bleibt überdeutlich im Gedächtnis haften und kehrt quälend immer wieder zurück (Flashbacks). Entfremdungserlebnisse oder Gefühle wie neben sich zu stehen (Gespaltensein) können auftreten. Zudem kann es zu körperlichen Zeichen von Angst wie Herzrasen, Schwitzen und Erröten kommen.

In der Verarbeitungsphase versuchen Betroffene das Erlebte zu verarbeiten und zum Alltag zurück zu finden. Häufig wird diese Zeit noch von Wut, Angst, Selbstzweifeln, Schlafproblemen, Depressionen und anderen Schwierigkeiten begleitet. Medizinisch spricht man von akuten Belastungsreaktionen. In der Verarbeitungsphase sind diese Reaktionen zwar belastend aber noch „normal“.

Nach einiger Zeit, manchmal erst nach Wochen, erholen sich die meisten Menschen von dem traumatischen Erlebnis. Die psychotraumatologische Fachberatung kann dabei unterstützend wirken.

Betroffene die sich nicht aus eigener Kraft erholen leiden unter längerfristigen Störungen. 

Längerfristige Störungen nach traumatischen Erlebnissen können u.a. sein:

  • Schlafstörungen
  • Alpträume
  • Erinnerungen, Bilder, Gedanken bis hin zu ständigem Wiedererleben und Zergrübeln der traumatisierenden Situation
  • Depressionen und Angstzustände
  • Vermeidungsverhalten (z.B. nicht mehr aus dem Haus gehen)
  • Somatisierungen (z.B. diffuse Schmerzzustände)
  • Nervosität/ erhöhte Erregung mit übermäßiger Wachsamkeit/Schreckhaftigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vergesslichkeit
  • innerliche Abwesenheit
  • ständiges Unwohlsein
  • keine Freude mehr empfinden können
  • Reizbarkeit
  • Emotionale Taubheit
  • usw.


Häufig gibt es auch schleichende Veränderungen. Diese werden dann meistens nicht mit der traumatischen Erfahrung in Zusammenhang gebracht. Zum Beispiel reagieren manche:

  • mit tiefem Misstrauen gegenüber anderen Menschen
  • gereizt auf Angehörige und Freunde
  • mitunter auch mit unvorhersehbaren Wutausbrüchen

Wann ist Hilfe nötig?

Frühzeitige Aufklärung und Beratung kann Unsicherheiten und Fragen klären und helfen die vorhandenen eigenen Verarbeitungsstrategien wieder zu mobilisieren. Hier genügen oft nur einige wenige Termine.

Bei unerträglichen  und /oder langandauernden Beschwerden bietet die psychotraumatologische Fachberatung:

  • Hilfe im Umgang mit den Schwierigkeiten im Alltag
  • Hilfe im Umgang mit den oft überwältigenden Gefühlen
  • Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten


Schwerpunkt der Psychotramautologische Fachberatung ist die Stabilisierung. Konfrontation und Integration erfolgen in der Traumatherapie.

(Quelle: Flyer; Zentrum für Psychotraumatologie Kassel; Eine kurze Information für Menschen die von traumatischen Ereignissen betroffen sind)

Für nähere Informationen rufen Sie mich gerne an.